Rosenseitling-Pajeon

Rosenseitling-PajeonAlles wird gut, unser Gemüsestand auf dem Markt hat uns tatsächlich von dem Pilzzüchter eine Charge Rosenseitlinge besorgt. Wir hatten uns drauf gefreut! Rosenseitlinge sind ausgesprochen hübsche Vertreter der Seitlinge. Ebenfalls mit den Austernpilzen verwandt, was man auch deutlich an der Form sieht. Tolle Farbe. Eins muß gesagt werden: sie stinken. Erbärmlich! Es ist eine Art fungiforme Durian. Na gut, Durian ist schlimmer. Aber ich hatte mich gefragt, wer den Mülleimer mit dem Fisch vergessen hat. Und mich dann gewundert, da wir keinen Fisch gegessen hatten. Egal, der Pilz ist lecker. Hier als 파전, koreanischer Pfannkuchen.

RosenseitlingKeine Ahnung, leider, wie der Pilz auf koreanisch heißt, und ob man ihn normalerweise in den Pajeon tut. Wie dem auch sei – alte Socken, Urin, alter Fisch, durch diesen Geruch muß man erstmal durch. Unser Gemüsehändler war uns irgendwann mal regelrecht böse, daß wir diese Pilze bestellt hatten. Sie waren in die hinterste Ecke des Kühlregals verbannt, und andere Kunden hatten die Ware wutschnaubend zurückgetragen. Sie stinken, wenn man sie kühlt. Interessante Chemie, wie ich finde. Aber wenn man sie nicht kühlt, können sie innerhalb von 8 Stunden matschig und ungenießbar werden. Das ist uns schon passiert, als wir dachten, wir könnten die Stinkchemie überlisten. Lieber nicht.

Es ist schon eine ganze Weile her, daß wir die Pilze hatten. Damals hatte ich sie in einem Rotwein-Schmortopf verarbeitet. Ausgezeichnet, wenngleich ein bißchen aufdringlich. Die Pilze sind in Asien offenbar beliebter als hier, also habe ich diesmal ein koreanisches Gericht ausprobiert und sie in einen Pajeon, einen koreanischen Lauchzwiebelpfannkuchen, getan.

Frühlingszwiebeln gab es keine, Lauch auch keinen guten, also haben wie Schalotten genommen. Die Pilze waren halb-halb Zitronenseitlinge und eben diese herrlichen Rosenseitlinge. Das Ergebnis war großartig. Sehr leckerer Pfannkuchen! Die Rosenseitlinge werden sehr aromatisch, aber überhaupt nicht unangenehm, im Gegenteil. Was vom Fischgeruch bleibt ist eine Hauch von Krabbengeschmack – angenehm. Dazu eine Pajeon-Soße mit Ingwer. Lecker!

Die Zitronenseitlinge hatten keine große Chance dagegen; nur wenn man genau hinschmeckt konnte man ab und an einen erahnen.

Zutaten Pfannkuchen

  • 1 Hand voll Rosenseitlinge
  • ebensoviele Zitronenseitlinge
  • vier große Schalotten (oder besser: Frühlingszwiebeln)
  • 3 Eier
  • 3 EL Mehl
  • 3 EL Stärke
  • 5 Eiswürfel
  • kaltes Wasser
  • Salz
  • ½TL Gochugaru
  • 1 Zehe Knoblauch
  • neutrales Pflanzenöl

Zutaten Soße

  • 1 EL dunkles Sesamöl
  • 2 EL Apfelbalsamessig (ich finde Reisessig zu beißend, daher hier was komplett anderes)
  • 4 EL koreanische Sojasoße
  • 1 EL Zucker
  • 2 TL gehackter frischer Ingwer

Zubereitung

  • Für die Soße alles verrühren, bis der Zucker aufgelöst ist.
  • Für den Pfannkuchen die Pilze kleinschneiden und beiseite stellen.
  • Den Teig zunächst aus den Eiern, Eiswürfeln, Mehl und Stärke rühren (wird ziemlich fest),
  • nach und nach Wasser hinzu und mit dem Stabmixer glattrühren, bis es ein honigartiger Teig ist.
  • + fein geschnittene Zwiebeln + Gorugaru + Salz, verrühren,
  • Öl in Pfanne erhitzen,
  • in einer zusätzlichen Schale die Hälfte der geschnittenen Pilze mit der Hälfte des Teigs zügig vermischen,
  • direkt in die Pfanne,
  • von beiden Seiten gut ausbacken.

Es werden zwei Pfannkuchen. Diese dann mit der Soße servieren, zum Tunken. Das war gut, und hoffentlich ist der Händler nicht wieder böse auf uns, die Rosenseitlinge wollen wir nochmal!

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