Karananenkuchen

Banofee Pie, KarananenkuchenVon Freunden bekamen wir aus Südamerika importiertes Dulce de Leche, d.h. mit Zucker zu brauner Paste eingekochte Milch. Sehr lecker zum Naschen! Aber was macht man mit einem ganzen Kilo? Hier die Lösung, falls sich die Dulce-de-Leche-Dosen stapeln: einen Banoffee-Pie. Der Name ist ein englisches Kofferwort aus ban(ana) und (t)offee, den beiden Hauptzutaten des Kuchens. Die analoge Version wäre dann Bana(ne)+(kara)mell, oder? Nun ist das Kofferwort sorum aber schon als Artikelname vergeben, daher nenne ich es mal andersrum Karanane.

Das paßt gut: „Karanane“ klingt auch nach „Kamikaze“, und ungefähr soviel Dulce de Leche kommt auch in den Kuchen.

Dulce de LecheDulce de Leche und seine Geschwister hab ich schon seit einiger Zeit auf dem Radar. Angefangen hat es mit einem Glas französischer Confiture de Lait, die ähnlich ist. Das gab es vor Jahren in einem unserer Lieblingsläden, und wir waren baff, wie lecker es ist. Und auch, daß man das hierzulande nicht so richtig kennt. Immer wieder haben wir versucht es zu kriegen, aber es ist nicht so einfach; und dann sind auch nicht alle Sorten so gut wie unsere erste.

Selbst in Frankreich ist die Confiture de Lait nicht überall bekannt, es ist eine regionale Spezialität. In guten Schoko- oder Pralinenläden kriegt man sie aber, und auch in Luxemburg und Belgien kann man Glück haben. Das Dulce de Leche ist in Südamerika sehr verbreitet und jedes Land hat ein bißchen andere Arten, auch unter verschiedenen Namen. Unseres kam aus Argentinien. Man kennt es in Spanien und Portugal auch als dolç de llet oder doce de leite.

Irgendwann mache ich das mal selbst. Letztenendes ist es Milch und Zucker und Geduld; das ganze muß u.U. mehrere Stunden lang erhitzt und gerührt werden. Es kocht bis auf ein Sechtel ein, dann ist es gut. Etwas ähnliches hab ich schon mal kurz erwähnt: die Sahnekonfiture.

Pekannüsse auf Karamell auf BiskuitHier also der Karamell-Bananen-Kuchen oder „Karananenkuchen“, in dem große Mengen von dem guten Süßkram versenkt werden können. Glaubt man dem Internet, ist er 1971 oder 1972 in England erfunden worden. Da hatte jemand eine gute Idee!

Die Milchkrem, für die wir Dulce de Leche nehmen, wurde erzeugt, indem geschlossene Dosen gezuckerter Kondensmilch stundenlang gekocht wurden. Das ist mir zum einen zu gefährlich – es könnte explodieren, zum anderen verstehe ich den Prozeß nicht, denn wie kann etwas in einer geschlossenen Dose einkochen? Wo geht der Wasserdampf hin? Bzw.: warum muß er nicht weggehen? Zum dritten ist die deutsche Kondensmilch normalerweise ungezuckert in den Dosen, so daß das irgendwie sowieso nicht geht. Heute müssen wir es nicht ausprobieren, denn es steht 1kg Dulce de Leche bereit.

Zutaten

  • ½ Biskuitboden (ca. 15mm dick), mit Vanillezucker aromatisiert
  • 500g Dulce de Leche
  • 100g Pekannüsse, grob gehackt
  • 3 reife Bananen
  • 300ml Sahne
  • 250g Mascarpone
  • 1 EL Zucker
  • 1 MS Salz

Zubereitung

  • ⅔ des Dulce de Leche falls nötig in einem Topf etwas erwärmen, bis es gut streichfähig ist.
  • Den Tortenboden damit bestreichen,
  • gehackte Pekannüsse draufstreuen und etwa festdrücken.
  • Den Rest Dulce de Leche in einem Topf erwärmen, diesmal, bis es flüssig ist, bzw. wenigstens dickflüssig, so daß man es halbwegs vom Löffel tropfen lassen kann,
  • möglichst gleichmäßig auf den Kuchen verteilen.
  • Drei Bananen in Scheiben schneiden und auf den Kuchen puzzlen.
  • Sahne mit Zucker und der MS Salz schlagen, Mascarpone dazu und nochmals kurz schlagen,
  • auf dem Kuchen verteilen.
  • Mindestens 2h kaltstellen.

Bananen auf Karamell auf Pekannüssen auf Karamell auf BiskuitInsgesamt muß man sagen, daß der Kuchen keineswegs übermäßig süß oder sahnig ist. Da hatte ich Heftigeres befürchtet. Er ist für Kuchen völlig normal süß und sahnig! Und lecker sowieso.

FAQ

  • Ist der Mascarpone nicht maßlos übertrieben? Auf keinen Fall! Zum einen mag ich den festeren Sahneschaum sehr gerne, lieber als reine Sahne. Die Konsistenz ist toll! Zum anderen hat Mascarpone durch das Erhitzen bei der Herstellung ebenfalls einen Hauch von Milchzuckerkaramellgeschmack, welcher in diesem Rezept die Brücke schlagen soll zwischen Dulce de Leche und Sahnehaube.
  • Darf ich mehr Zucker an die Sahne tun? Lieber nicht, es ist schon ziemlich süß, nicht nur durch das Dulce de Leche, sondern auch durch die Bananen. Die Sahne soll hier – wie soll ich sagen? – erfrischen.
  • Wo ist die andere Hälfte des Biskuit-Bodens hin? Aha, gut aufgepaßt! Die wurde eingefroren. Ich bin gespannt, ob sie benutzbar wieder aus dem Eisfach kommt.
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8 Kommentare zu “Karananenkuchen

    • War sehr lecker, wie berichtet. Mit selbstgemachter Milchkrem werde ich das auch nochmal machen, aber diese Eimerware war auch schon gut.

  1. „Damals, als die Karawanen noch die Karananen brachten…“ Dieser Kuchen braucht eine eigene Legende!

  2. Oh mann das ist mein absolutes Lieblingsessen! Wir hatten die Dulce De Leche mal von einer chilenischen Freundin geschenkt bekommen und waren echt hin und weg!

  3. „Gekochte Milch“ und Kana … ich dachte gleich an ein Wortspiel bei „Kanaren“ und das dortige Dessert „leche asada“, das ist aber doch nicht das gleiche, auch wenn es ebenfalls sehr süß und hüftgoldlastig ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Flan#Leche_asada
    Gezuckerte Kondensmilch gibt es übrigens hier und auf den Kanaren unter dem Namen Milchmädchen. Ist aber von N*stl*, also eher unnett.

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