Mehr Hitze

Induktionsherplatte

Wie schon kurz angekündigt, habe ich eine Weile nach einem geeigneten Heizgerät für meine Temperatursteuerung gesucht. Voraussetzungen: (1) nach einem Stromausfall heizt es weiter, (2) so gut wie kein Nachheizen, (3) heizt den Topf von außen. (1) und (2) gehen mit einem Eintassentauchsieder. Damit auch (3) erfüllt ist, dachte ich an Induktionsplatte mit mechanischem Drehregler.

Ich hab sie gefunden! Sie ähnelt einem Telefon, aber das ist ja nicht so schlimm. Ich hoffe, daß diese Platte das Ein- und Ausschalten durch einen Steckdosenschalter verkraftet. Beim normalen Ausschalten pustet die Platte immer noch ein bißchen (sie hat einen Lüfter), um sich zu kühlen. Das kann sie natürlich nicht, wenn man ihr direkt den Strom abdreht. Schauen wir mal, ob sie es mir übelnimmt. Auf jeden Fall macht sie sehr schnell heiß und heizt nicht nach. Und sie hat keine blöden Sensortasten, sondern was, was man auch anfassen kann. Nebenbei sieht sie sehr stylisch aus, gell? Und da andere Blogger auch grad Geld ausgegeben hatten, konnte ich mich nicht zurückhalten.

Nebenbei fiel mir positiv auf, daß der Stand-By-Strom dieser Platte unter 0,1 Watt liegt, so daß mein Meßgerät ihn nicht messen konnte. Als Induktionsplatte ist sie natürlich vollelektronisch gesteuert und enthält Mikroprozessor und den ganzen Rattenschwanz, so daß das keineswegs selbstverständlich ist.

Das einzige Problem ist, daß die Hälfte meiner Töpfe ungeeignet ist. Leider auch der, den ich am häufigsten benutze. Das sind dann die Folgekosten…

FAQ

  • Warum rutscht mein Topf im Betrieb zur Seite weg? Die Platte geht dann irgendwann aus! Man sollte die Platte mit einer Wasserwaage exakt waagerecht aufstellen, denn die Oberfläche ist ziemlich rutschig. Wenn das Magnetfeld den Topf dann ein kleines bißchen schüttelt, verrutschen vor allem kleinere Töpfe. Wenn die Platte waagerecht steht, zieht das Magnetfeld den Topf hingegen tendenziell in die Mitte.
  • Darf ich ein hübsches Deckchen oder eine Silikonmatte zwischen Platte und Topf legen? Nicht so gerne. Nicht, weil das anbrennen könnte, sondern weil die meisten modernen Platten den Topf mittels einer Graphitschicht erden, damit die induzierten Restströme abgeleitet werden. Mit Zwischendeckchen könnte man leichte Stromstöße kriegen (nichts Gefährliches, aber trotzdem blöd). Außerdem wird die Energieübertragung mit jeder Zwischenschicht ineffizienter.
  • Warum ist die Platte so laut? Das „warum“ kann ich nicht abschließend beantworten, denn man hätte sicher was Leiseres herstellen können. Es sind drei Lärmarten drin: (1) Der Lüfter. Meines Erachtens ist er zu laut – es gibt auch leisere. Der Lüfter kühlt Magnetspule und Hochleistungshalbleiter (die an einem Kühlkörper montiert sind). (2) Die Spule selbst brummt im Betrieb. Das ist das leiseste Geräusch und absolut tolerabel. (3) Das modulierte Magnetfeld induziert nicht nur (Strom und somit) Wärme, sondern auch einen ekligen zwirbelden, hohen, recht lauten Pfeifton in den Topf. Das ist das unangenehmste Geräusch. Keine Ahnung, ob man durch geschicktere Wahl der Modulationsart bei ähnlicher Effizienz was Leiseres hätte bauen können.
  • Darf ich mal die Rührschüssel meiner Küchenmaschine damit heizen? Nein! Denn dann erhitzt sich nicht die Schüssel, sondern der Klemmring, der an den dünneren Stellen durchaus rotglühend werden kann. Woher weißt Du das? Ich weiß gar nicht, wovon Du sprichst!
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7 Kommentare zu “Mehr Hitze

  1. Pingback: Konstanttemperaturbad « Azestoru und sein Hackblog

    • Ah, die Low-Tech-Lösung, sehr gut! Wenn der Eintassentauchsieder ins Wasser zwischen den Töpfen paßt, kann man das machen. Darauf bin ich gar nicht gekommen. :) Bin halt ein Techniker.

    • Große Freude! Mit Elektrosmog Hitze erzeugen, das ist schon pervers. Die Platte macht auch außerirdische Geräusche dabei.

      Meine Hauptkochstelle bleibt erstmal Gas, d.h. ich muß jetzt nicht alles auswechseln (Pfannen hab ich z.B. kaum, die mit Induktion gehen).

      Aber ich hab mal mit der Bestellung von zweivierfünf wichtigen Töpfen angefangen…

  2. Sieht wirklich aus, als sei das ein iCooker. Mir ist das ja etwas suspekt: eine Kochplatte mit Computersteuerung … Was machst Du, wenn das Betriebssystem abstürzt?

    • „Have you tried turning it off and on again?“ :)

      Heute ist ja überall ein Mikrokontroller drin. Schlimm wird es erst, wenn die Geräte einen USB-Anschluß für Firmware-Updates haben. Dann werden sie, wie heute üblich, mit halbgarer Software verkauft. (Z.B. bei dem Fotoapparat, der die Bilder hier im Blog gemacht hat.)

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