Blutwurst-Tarte

BlutwursttarteEin etwas experimentelles Rezept aus einem neuen Kochbuch war ein großer Erfolg. Blutwurst mit Apfel ist klassisch. Kombiniert mit Kubebenpfeffer und Ingwer wird es spannend. Kubebenpfeffer riecht und schmeckt sehr intensiv, ist aber auch bitter. In diesem Rezept kommt eine riesige Menge (wenn man den puren Geschmack bedenkt) davon zum Einsatz, was ich fast bedrohlich fand.

Die Blutwurst wird mit Äpfeln auf einen Blätterteig geschichtet. Wir fangen unten an.

Blätterteig

Den Blätterteig hatte ich selbst gemacht, denn so schmeckt er wesentlich besser als der mit Ziehfett aus dem Kühl- oder Gefrierregal. Ziehfett ist auch ein häßliches Wort. Den Blätterteig hab ich aus 200g Mehl gemacht, was etwa 425g Blätterteig ergibt: mein Rezept hatte 200g Mehl, 100g Wasser, 125g Butter. Letzte Auswalzung nicht dünner als 4–5mm, sonst wird es mir immer zu gefährlich, daß die Teigschichten reißen.

Kubebenpfefferzucker

Als nächstes kommt der spannendste Teil des Rezeptes. Wir brauchen: 1EL Kubebenpfeffer und 1TL Puderzucker. Der Kubebenpfeffer wird zunächst gepult — ich bin pingelig, die Zweigreste werden so kurz es geht von den Beeren abgepult, Beere für Beere. Dann kommen sie eine Pfanne und werden etwas angeröstet. Die Körner wandern dabei — sehr hübsch zu beobachten. Dann abkühlen und fein mahlen. Zum Schluß mit dem Puderzucker gut vermischen.

Statt zu mahlen kann man Zucker und Kubebenpfeffer im Mörser zerkleinern.

Schichtung

BlutwursttarteDer Blätterteig reicht für ca. 500g Blutwurst und ca. 2 Äpfel (säuerlich, z.B. Topaz). Wir hatten den Teig in drei ca. 12cm breite Bahnen ausgrollt.

  • 1EL fein gehackten Ingwer mit flüssiger Butter auf dem Teig verteilen,
  • Teig vorbacken bei 180°C, ca. 8 Minuten,
  • Abwechselnd 3mm Blutwurst und 3mm Apfelscheiben drauf schichten,
  • viel Kubebenpfefferpuderzucker draufstäuben,
  • ein paar Butterflocken obendrauf,
  • dann bei 200°C ca. 15 Minuten backen.

Wir waren wg. des stark bitteren Geschmacks des Kubebenpfeffers beim ersten Mal zu vorsichtig. Man kann die Kububenpfeffer-Zucker-Mischung wirklich komplett aufbrauchen für diese Menge — es wird nicht zu bitter.

Im Originalrezept wird die Blutwurst vorher bei 100°C im Backofen 20 Minuten gestockt. Es wird nicht erklärt, warum. Unsere Blutwurst ist nach dieser Prozedur nicht schnittfest — keine Chance, dünne Scheiben zu schneiden. Auch etwas Abkühlung ist da nicht genug, daher mußte sie danach nochmal ein paar Stunden in den Kühlschrank. Ich weiß nicht, ob man diese Prozedur wirklich braucht und wieso, und ob das von der Blutwurstsorte abhängt, habe mich aber ausnahmsweise sklavisch an das Rezept gehalten. Das nächste Mal wird dann etwas freier interpretiert. :-)

Auch habe ich auf Zitronensaft verzichtet. Die Äpfel werden dann evtl. bei langsamer Verarbeitung etwas braun, aber es wurde mir sonst zu sauer — die Äpfel stechen dann aus dem Gesambgeschmack hervor.

Das Ergenis ist wunderbar! Blutwurst ist eh gut und in dieser Kombination superlecker und überraschend passend kombiniert. Die Aromen der Einzelteile ergänzen sich, und nichts schmeckt vor, es verbindet sich zu einem leckeren Gesamtbild. Toll!

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5 Kommentare zu “Blutwurst-Tarte

  1. Wie habe ich mich gefreut, als ich in meiner Mailbox sehen konnte, dass „Azestoru“ noch lebt und endlich wieder aktiv ist. Toll!
    Ja, und dieses Rezept klingt wirklich super. Meinen Blätterteig kaufe ich im Bioladen von „Moin“, denn der ist mit Butter gemacht. Aufpassen, auch bei Bioware wird oft mit „Pflanzenfett“ gearbeitet.
    Etwas irritiert bin ich von den beiden unterschiedlichen Fotos. ist das eine aus dem Buch, das andere von Eurem Endprodukt.
    Nochmals: Ich habe mich sehr gefreut. Nun noch einen schönen Restsonntag mit herzlichen Grüßen aus Berlin.

    • Es freut mich sehr, daß es Dich freut, daß ich noch lebe und aktiv bin – kochen tue ich wie immer, aber das Bloggen ist ein bißchen mühsam. Dies Gericht war aber ein Grund, wieder aktiv zu werden, denn der Geschmack ist überraschend und lecker und mit einem tollen Gewürz.
      Die Fotos sind beide original von uns. Oben gebacken, unten nicht, dafür gepuderzuckert, weswegen es so schneeig aussieht.

      • Danke. Optisch ist das ja eine tolle Metamorphose. Und Kubebenpfeffer habe ich genug. Jetzt muss ich mich nur auf die Reise zum „Blutwurstritter“ nach Neukölln machen. Als Badnerin bin ich ja mit Dingen solcher Art aufgewachsen und entsprechend mäkelig. Manchmal hat man auch bei „Lafayettes“ Glück, und es gibt gute Blutwurst. Ich bin zwar nicht so die Fleischesserin, nein, nicht aus ideologischen Gründen, aber es gibt Dinge, von denen ich nicht lassen kann: Bluuuuutwuuuuurst, Innereien und andere Obszönitäten „from nose to tail“. :-D

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