Welfenkrem

WelfenkremDen Anstoß gegeben hat Frau A, denn sie meinte, die Scheurebe passe bestimmt gut in Welfenkrem. Die Scheurebe, um die es geht, ist sehr lecker und vor kurzem in unseren Haushalt eingezogen und wird jetzt langsam ausgetrunken. Ich mußte zustimmen, daß das wohl in Welfenkrem passen würde, und also gibt es hier einen Bericht darüber.

Als Kind schon hab ich diesen Nachtisch geliebt. Wie mir nachher aufgefallen ist, war es in meiner Kindheit nie ein Thema, daß da Wein in der gelben Krem ist. Das wußte ich als Kind gar nicht. Heute sehen das vielleicht nicht mehr alle Leute so locker. Darauf angesprochen meinte meine Mutter, das sei ja eh alles verkocht. Das bezweifle ich doch sehr, denn die gelbe Krem wird im Wasserbad aufgeschlagen, und wenn ich das tue, wird bei knapp über 70°C aufgehört, damit es nicht wieder zusammenfällt. Der Alkohol kocht aber erst bei 78°C. Andererseits kriegt man pro Portion ca. 1–2EL Weißwein auf den Teller, so daß ich diesen Nachtisch auch für kindergeeignet halte, denn er schmeckt vorzüglich, und das einem Kind vorzuenthalten wäre reine Folter. Vor allem im Sommer schmeckt es toll und frisch, und der kommt jetzt ja. Bald.

Utensilien

  • Thermometer (oder viel Gefühl!)
  • Aufschlagschüssel für Wasserbad (Bain-Marie, Bagnomaria)

Ich schlage meistens im Wasserdampf auf, d.h. ich nehme einen 20cm-Topf und eine 20cm Halbkugelschüssel, die da genau reinpaßt (ohne reinzufallen). Dann kommt 1cm Wasser in den Topf und der Wasserdampf des kochenden Wassers heizt die Halbkugelschüssel. Die Wärmezufuhr ist dadurch noch sanfter als in heißem Wasser.

Zutaten für unten

  • 3 Eiweiß
  • 2 TL Vanillezucker
  • 590ml Milch (so steht es in meinem Rezept)
  • 40g Speisestärke
  • 50g Zucker

Zutaten für oben

  • 3 Eigelb
  • ½ Zitrone, Saft davon
  • 50g Zucker
  • 125ml Weißwein (trocken, barriquefrei)
  • 1 TL Speisestärke

Zubereitung unten

  • Puddingmischung: Speisestärke + Zucker + Vanillezucker
  • gut vermischen
  • + 90ml Milch
  • sehr gut verrühren.
  • Eiweiß sehr steifschlagen. Derweil:
  • Restliche Milch aufkochen,
  • + Puddingmischung
  • gut einrühren,
  • aufkochen,
  • + Eiweiß, steifgeschlagen,
  • unterheben und dabei nochmals kurz erhitzen (wirft u.U. dicke Blasen, dann aber sofort aufhören).
  • In eine Glasschüssel geben, leicht abkühlen lassen, bevor man weitermacht.

Zubereitung oben

  • Zucker + Speisestärke
  • gut vermischen
  • + Eigelb
  • schaumig schlagen,
  • + Wein + Zitronensaft
  • im heißen Wasserdampf aufschlagen, bis die Masse über 70°C heiß war.
  • Über den weißen Pudding gießen.

Es ist immer zuwenig oben, das ist mir schon als Kind aufgefallen, aber so sind es halt genau 3 Eier, die man komplett braucht. Inzwischen bin ich aber etwas weniger sparsam geworden. Daher wird das Rezept jetzt bei mir mit der doppelten Menge gelber Krem gemacht, was bedeutet, daß man für 3 Eiweiß eine andere Verwendung finden muß. Dafür hat man keine Zitronenhälfte übrig. So stelle ich mir Welfenkrem für Kinder vor! Lecker!

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15 Kommentare zu “Welfenkrem

  1. Auch wenn ich aussehe wie eine Elfe, war ich doch fast mal eine Welfe. Nicht weil ich den ollen Ernst-August geheiratet hätte, aber immerhin stamme ich aus Hannover. So. Und ich finde, schon allein deswegen habe ich durchaus Anspruch auf so ein Gläschen Krem!

    • Die Krem ist leider schon aufgegessen. Aber ich mache bestimmt nochmal neue.

      Achso: Elfenkrem gibt’s auch, sagt Google. Ist eine Krem aus Sahne, saurer Sahne, Wein, Zitrone und Zucker. Interessant.

    • Ich hab das schonmal ohne Wein gemacht. Mit Apfelsaft. Aber ich würde vielleicht eher Maracuja-Saft versuchen, das nächste Mal. Ist was anderes, aber ich stelle es mir auch gut vor.

  2. Das – in Verbindung mit Lakritzens Gelb-Impressionen – macht Laune. Jetzt fehlt nur noch die gülden-gelbe Sonne.

    Eine Frage hätte ich noch – was ist barriquefreier Weißwein?

    • Das ist einfach Wein, der nicht im Barrique-Faß war. Holzfaß gibt immer so einen muffigen Geschmack im Essen, vor allem, wenn man es einkocht. Deswegen kommt in mein Essen normalerweise kein Wein, der im Holzfaß war.

      Die Scheurebe in diesem Essen war ein ganz junger Wein. Wirklich gut, paßt zum Frühling, der grad noch ein bißchen auf sich warten läßt.

      • Danke :)) – ich weiß, ich bin ein rechter Banause, aber Weißwein war noch nie mein Ding.
        Und Rotwein habe ich früher einfach nur genossen, unbeleckt von jeder Theorie.

  3. Vielleicht sollte ich doch wieder anfangen, Desserts zuzubereiten.
    Variationsidee: Restsüßer Reisling – dafür Zucker sparen. Was meinst Du?

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