Möhrenkuchen

KarottenkuchenEiner meiner Lieblingskuchen ist der Karottenkuchen. Ich hatte ihn nur noch nie selbst gebacken, also mußte das nachgeholt werden. Nach dem Vergleich gefühlter zwanzig Rezepte bin ich bei diesem hier angekommen. Das Ergebnis ist ein ziemlich saftiger Kuchen. Man kann ihn fast matschig nennen. So muß es sein! Wir machen eine Kastenform, also einen relativ kleinen Kuchen.

Zutaten für Kuchen

Karottenkuchen
  • 200g Mehl
  • 200g Butter
  • 200g Zucker
  • 200g Möhren
  • 100g Mandeln
  • 3 Eier
  • 1 Orange (Saft davon)
  • 1/2 Zitrone (Saft davon)
  • 1/2 Pkg. Backpulver (Weinstein)
  • 1 TL Zimt

Zutaten für Zuckerguß

  • 250g Puderzucker
  • 1/2 Zitrone (Saft davon)
  • 1-2 EL lauwarmes Wasser

Zubereitung

  • Mehl + Zucker + Backpulver gut vermischen
  • + Karotten, fein gerieben
  • + Butter, weich
  • + Rest
  • gut vermischen,
  • In Backform,
  • 50 Minuten bei 170°C backen,
  • Abkühlen lassen.
  • Rest Zitronensaft + Puderzucker
  • + Warmwasser, löffelweise
  • einen dicken Zuckerguß rühren,
  • Kuchen damit dick bedecken.

Der Zuckerguß ist das A und O. Er muß schön dick sein, so daß 250g Puderzucker schon fast zu knapp sind – das nächste Mal nehme ich noch mehr und mache den Kuchen aus 300g Mehl in einer Rundform, damit nachher der Zuckerguß obendrauf antrocknen kann und nicht runterläuft. Also dann: Rundform, alle Zutaten grob mal 1,5 und nachher Zuckerguß aus 500g Puderzucker).

FAQ

  • Bist Du verrückt? 500g Puderzucker? Ich werde es ausprobieren, versprochen! Der Zuckerguß ist ein ganz feiner Gegenpol. Es ist wichtig, daß Zitronensaft drin ist.
  • Karotten?? Im Kuchen? Das hab ich doch heute schonmal gehört. Das glaube ich gerne! Ja, Karotten im Kuchen sind super und machen einen hervorragend saftigen Grundkuchen.
  • Sollte man die Eier nicht aufschlagen? Kann man sicher tun. Aber ich vermute, daß der Rest die Eier eh komplett wieder plattdrückt, deswegen hab ich’s gar nicht erst versucht. Das Ergebnis war super, ich war hochzufrieden mit dem Kuchen. Und sonst hätte ich auch eine weitere Schüssel dreckig machen müssen – so geht es in einer einzigen. Na gut, mit Zuckerguß zwei.
  • Kann man auch Invertzucker nehmen? Ich hab noch so viel vom Marzipan. Ja, natürlich. Hab ich auch gemacht.
  • Ist der Kuchen nicht unglaublich schwer? Es ist Gemüse drin, wie kann daraus ein schwerer Kuchen werden? Man kann ihn sogar mit 250g Butter machen. Ehrlich gesagt wurde der auf dem Bild mit 250g Butter gemacht, weil ich zu faul war, ein so winziges Stück von der Butter abzuschneiden. Im Nachhinein war das vielleicht ein bißchen viel (es schmeckt natürlich sehr gut).
  • Wie sieht das wohl mit diesen neuentdeckten Urmöhren aus? Bestimmt lustig. Dann unbedingt Blutorangensaft benutzen!
  • In der URL steht „mohrenkuchen“! Ähäm. Aham. Punkte, keine Punkte, alles der gleiche Buchstabe!
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20 Kommentare zu “Möhrenkuchen

  1. In der URL steht „mohrenkuchen“! — Tja, mit Karottenkuchen wär das nicht passiert. :) — Ich würde noch Rosinen o.ä. reintun, damit die schön rund und prall werden und nochmal süße Akzente setzen.

      • Mit Schokolade kann man (m.E.) im Handumdrehen aus den leckersten Dingen etwas völlig anderes machen.

        Und meinen Sarotten-, nein, Karottenkuchen mit Rosinen esse ich dann eben alleine, wenn ihr keine wollt …

      • @ Lakritze: „etwas völlig anderes“ trifft es sehr gut. Aber die Rosinen darfst du dir wirklich alleine herauspicken.

  2. Sollten Sie diesen Kuchen jemals für mich backen, Herr Azestoru, dann bitte genauso. Ich glaube, er braucht keine Verbesserung. So, wie der aussieht!

  3. Bei gegarten Möhren wird mir ja schnell blümerant, doch im Kuchen eine Kindheitsheraufbeschwörungsmaschine. Eine absolut zuverlässige zumal. Natürlich mit Zuckerguss. Nur würde ich als erstes Butter und Zucker ausgiebigst cremig rühren, damit sich die Kristalle lösen. Dann alles andere hinzu und bloß keine Rosinen! Dann eher die eine oder andere Nuss…

  4. Da sind wir ja wieder beieinand, die Besserwisser ;-). Das war auch mein erster Gedanke, den Zucker flüssig rühren, aber er hat ja Invertzucker genommen, und den stell ich mir flüssig vor, weil, ich kenn ihn ja nicht, oder wenigstens feingepulvert.

  5. Bzgl. der Kristalle wollte ich gerade auf den Invertzucker hinweisen… :-)

    Es waren keine Kristalle drin, auch wenn ich den Zucker halb-halb hatte. Ehrlich gesagt bezweifle ich auch, daß nach 50 Minuten Backen noch Zuckerkristalle ungelöst bleiben. Muß man vielleicht ausprobieren. Das würde aber wieder eine zusätzliche Schüssel dreckig machen! :-) Wichtig ist mir, daß sich das Backpulver gut verteilt, weswegen ich erstmal die Pulverartigen sehr gründlich vermische.

  6. Asche. Auf mein Haupt. Und Unwissenheit offenbart: Ich hatte den Invertzucker nicht wahrgenommen, weil ich ihn ebenfalls kaum kenne. Kognitive Selektion ist also doch kein psychohygienisches Allheilmittel…
    Kleiner Scherz. Das dachte ich übrigens auch, als ich in der unsäglichen Wikipedia nachlas, und folgends fand:

    „Das Glucose-Fructose-Gemisch hat die Eigenschaft, in Wasser gelöst die Ebene polarisierten Lichtes zu drehen. Da diese Drehrichtung in entgegengesetzter (invertierter) Richtung zu der einer Saccharoselösung liegt, wird das Gemisch als Invertzucker bezeichnet. (Umkehrung der Drehungsrichtung (Inversion); Saccharose +65°, Invertzucker -20°, Glucose +52°, Fruktose -92°)“

    Wissenschafts-Kabarett, war mein erster Gedanke. Seitdem versuche ich’s doch wieder mit der Selektion und genieße die Sonne.

  7. Das stimmt schon, dass die Hitze den Kristallen Zucker keine Chance lässt.
    Aber es muss was dran sein, den Zucker vorher glatt und weich zu rühren (manchmal mit Butter und manchmal mit Ei, und jedesmal kommt was anderes raus), sonst hätte meine Mutter nicht so sehr darauf bestanden. Auf jeden Fall hat es Einfluss auf die Konsistenz des Kuchens. Was da physikalisch und chemisch passiert, weiß ich allerdings nicht.

  8. Ich hab leider nur Seiten gefunden, die beschreiben, daß sich unterschiedliche Teigkonsistenzen ergeben, je nachdem, ob und was (Butter oder Ei) man vorher schaumig rührt. Ich hab keine Seiten gefunden, die erklären, warum der Teig anders wird. Bei schaumigem Ei hab ich so meine intuitiven Vorstellungen, aber bei schaumiger Butter nicht. Wenn man alles einfach verrührt, werde es ein saftiger, matschiger Teig. Das will ich hier ja auch.

    Schrecklich, diese unerklärten überlieferten Küchentips von Mama und Oma.

  9. Nichts gegen überlieferte Küchentipps, mi raccomando!
    Meine Mutter sprach von zu rauhem Teig. Ich muss sie mal genauer befragen. Außerdem hat sie darauf bestanden, das Backpulver erst im letzten Moment (mit ein bisschen Mehl vermischt) in den Teig zu rühren.

    • Ich hab gar nichts gegen überlieferte Küchentips, im Gegenteil, nur dagegen, daß ich keine Erklärung dazu kriege. Vieles ist wirklich Küchenvoodoo. Warum soll ich denn ein paar Körner Salz in einen Topf streuen, damit die Milch nicht anbrennt (das war so ein Tip)?

      OK, wenn es in einem Doppelblindtest funktioniert, bin ich auch ohne Erklärung überzeugt. (Zufrieden bin ich dann immer noch nicht, aber das ist dann fehlender Luxus.)

  10. Kulinarische „oral history“ ist das tragfähigste Fundament meiner Kochleidenschaft! Herrlich, diese unerklärten überlieferten Küchentipps von Mama und Großtante.

    Alle alten Backbücher, die ich zur Hand habe, geben für Rührteig als klassisches Vorgehen vor: Butter schaumig rühren, Zucker hinzugeben und rühren, bis er gelöst ist (also gleich Puderzucker oder Honig nehmen, das spart Zeit), Eier einzeln nacheinander, Mehl und Backtriebmittel unterrühren und als letztes die stilbildenden Aromaten oder Früchte.

    In Bielefeld erklärt man sich das so:
    http://www.oetker.de/oetker/tipps_und_tricks/backen/ruehrteig.html

    Dennoch bleiben die Zusammenhänge im Dunkeln. Aber ich mag Mysterien…

    • Aha, eine Erklärung aus „Bielefeld“! Kein Wunder, daß die „Erklärung“ fehlt. :-)

      Immerhin wird mir dort (andeutungsweise) erklärt, warum ich einen Fehler gemacht habe, das Backpulver vorher schon reinzutun. Aber der Kuchen sollte eh matschig werden, und ich werde ihn trotzdem wieder so backen, damit ich weniger Schüsseln brauche. :-) Vielleicht braucht man hier ja eigentlich gar kein Backpulver.

      Hier ein Rezept für Schokoschlammkuchen, der auch alles falschmacht (und mehrere Schüsseln braucht). Sieht lecker aus.

  11. Der letzte Kommentar (ruhrnerd) stammt natürlich von mir. Das kommt davon, wenn man bei Freunden am Rechner sitzt und nicht auf’s Ein- und Ausloggen achtet…

  12. Auch wenn der Kuchen wirklich gut schmeckt, finde ich dennoch, dass man gerade bei der Butter, beim Zuckern und vor allem beim Puderzucker sparen kann. Klar, wenn man Kuchen isst, kann man die gesunde Ernährung auch mal sein lassen, aber 500g Puderzucker für den Guss finde ich arg übertrieben. Ebenso die 250g Butter. Beim Guss haben mir neulich 180g auch locker gereicht.
    Als ich den Kuchen allerdings auf ein Tortenpapier gelegt habe und förmlich dabei zusehen konnte, wie sich das Papier von unten nach oben mit dem ganzen Fett volgesogen hat, dachte ich mir, das nächste Mal nehm ich weniger Butter. Werde es heute mit weniger probieren und schaun, ob es genau so schmeckt ;)

    • Ungesund wäre, zuviel von dem Kuchen zu essen und dazu eine Cola zu reichen. Aber nicht, den Kuchen lecker zu machen, indem man ihn selbst backt und gute Grundlebensmittel reintut, etwa Butter. Ich mag diese verteufelnde Diskussion über Fett und Zucker überhaupt nicht, das ist alles viel zu pauschal (Ampel z.B.). Weder Fett noch Zucker sind böse, sondern im Gegenteil lecker. Ungesund sind eher Zusatzstoffe (Rieselhilfen), Nanopartikel, Kunstfette (Margarine), Süßstoffe, Fertigprodukte (Blätterteig mit „Ziehfett“ statt mit ordentlicher natürlicher Butter). Gerne ein Stück weniger Kuchen und einen frischen Apfel dazu als zwei Stücke Kuchen mit zuwenig Butter.

      Bitte nicht falschverstehen: wenn Dir der Kuchen mit weniger Butter besser schmeckt, dann ist der Kuchen mit weniger Butter das bessere Rezept für Dich! :-) Hauptsache, es schmeckt.

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